Der Milan SL MK3

Eine Weiterentwicklung, keine Neuentwicklung.

Mit der Neuauflage des Milan SL-MK3 (und nachfolgend auch des GT-MK3) werden einige neue Features realisiert, die das Fahrzeug schneller, leichter, steifer und alltagstauglicher machen.

Seit wir den Milan SL-MK2 bauen, haben wir viel gelernt durch unsere Weltrekordfahrten, unsere eigenen Erfahrungen und durch das feedback unserer Kunden.

Wir haben etliche Versuche im Windkanal durchgeführt und intensiv in Zusammenarbeit mit verschiedenen Forschungseinrichtungen Varianten der Karosserie und der Einbauten geprüft.

Das Ergebnis dabei ist, dass wir am aerodynamischen Grundkonzept des Milan festhalten.

Wesentliche Änderungen gibt es auf den Gebieten der Statik, des Laminataufbaues sowie der Alltagstauglichkeit.

Im folgenden möchten wir noch einmal das Grundkonzept des Milan und die Gründe dafür darstellen.

 

Die konzeptionellen Vorteile des Milanes aus unserer Sicht

  1. Kompromisslose Aerodynamik durch geschlossene vordere Radhäuser sowie kontourminimierte Querschnittsfläche. Die aerodynamische Effizienz steht bei uns aus Tradition ganz weit vorne. So zeigen die etlichen Weltrekorde über die Distanzen von 6-24 Stunden deutlich dieses Alleinstellungsmerkmal des Serien-Milanes.

    Gleichwohl war der Milan nie nur ein reinrassiges Rekord-Velomobil, denn die Zusammenführung von Geschwindigkeit und Alltagstauglichkeit waren von Anfang an dominierende Entwicklungsziele.

    Durch die geschossenden Radhäuser vorne ergibt sich der Nachteil eines sehr großen Kurvenradius. Das nehmen wir als Preis für die überragende Aerodynamik bewusst in Kauf, zeigt doch die Erfahrung, dass es dadurch in der Praxis nur zu sehr geringen Behinderungen kommt.

  2. Der Ausbau der Alltagstauglichkeit bei gleichzeitiger Erhöhung der Effizienz und Verminderung des Gewichtes sind jetzt vorrangige Ziele bei der Weiterentwicklung des SL-MK3.

  3. Der Querschnittsoptimierte Bug mit seiner Einbuchtung für gute Sicht nach vorne ermöglicht eine sehr flache Sitzposition. Dadurch können Fahrer extrem lange Fahrten ohne Scheuer-und Druckprobleme absolvieren. Durch die flache Sitzposition wird der Flächendruck auf die Sitzmuskulatur verringert. Da die Sitzmuskulatur während des Fahrens aktiv ist, ist damit die Voraussetzung für Langstreckenrekorde ebenso wie auch für lange Alltagstouren gegeben.

  4. Durch seine Länge von 273 cm bei gleichzeitig minimalem Frontquerschnitt verfügt der Milan über ein sehr großes Stauvolumen für Gepäck. Sein langer Radstand sorgen für eine hohe Stabilität bei extremen Geschwindigkeiten.

  5. Durch die weit nach vorne gezogene Einstiegsöffnung wird es möglich, auch Gepäckräume im Bug des Fahrzeuges anzuordnen und bequem zu erreichen. Damit erschließt sich der Bug vor den vorderen Radhäusern als zusätzlicher Gepäckraum, der im Alltag genutzt werden kann. Dies kann als ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Milanes gelten.

  6. Die weit nach vorne ausgeschnittene Einstiegsöffnung stellt ein wichtiges Merkmal des Milan dar. Es ermöglicht den Zugang zur gesamten Antriebstechnik im Bug (auf eine Service-Öffnung kann hier verzichtet werden, was die Stabilität erhöht und das Gewicht reduziert).

    So kann z.B. während man im Fahrzeug sitzt, die Tretlagerposition eingestellt werden.

    Auch wird durch die große Öffnung der Einstieg erleichtert.

    Weiterhin ermöglicht die übergroße Einstiegsöffnung ein herrlich offenes Fahren ohne Lukendeckel bei großer Hitze. Milanfahrer berichten immer wieder begeistert über Touren ohne Haube und Deckel und sind überrascht, wie hervorragend die Aerodynamik auch in diesem Fahrzustand ist. Auch steile Bergauffahrten, die leicht eine Überhitzung in der Karosserie erzeugen, werden so zum Genuss.

  7. Das gesamte Hardtop bestehend aus Lukendeckel, Kopfhaubenvorderteil und Kopfhaubenhinterteil kann im Fahrzeug verstaut werden. So kann eine Anpassung an Temperaturunterschiede während einer Reise durchgeführt werden.

  8. Der Lukendeckel und die daran befestigte Kopfhaube kann über das vorne liegende Scharnier sekundenschnell zum Aussteigen hochgeklappt werden. Die Einheit bleibt dabei fest mit der Karosserie verbunden und braucht nicht neben das Fahrzeug gelegt zu werden.

  9. Das einfache Auf-und Zuklappen des Lukendeckels führt zu einigen Vorteilen im Fahr-Alltag. So ist es möglich, an Ampeln durch einfaches Öffnen (also Hochstellen) des Deckels „abzulüften“. Durch das Hochstellen an Ampeln oder Kreuzungen wird zudem die Sichtbarkeit des Fahrzeuges für die anderen Verkehrsteilnehmer drastisch erhöht.

  10. In Verbindung mit dem optional erhältlichen kleinen Schaufenster im Lukendeckel ist sogar ein Anfahren mit hochgestellter Klappe möglich. Gute Sichtbarkeit und Durchlüfung bleiben so noch einen Moment erhalten, bevor man richtig Fahrt aufnimmt und der Fahrtwind die Haube zuklappt (ja, man sollte sie dann mit der Hand abfangen..). Am Berg, wenn die Steigung nur geringe Geschwindigkeit und Luftaustausch zulässt, ist ein Fahren mit hochgestellter Klappe auch eine willkommene Erleichterung.

  11. Das Problem der Seitenwind-Empfindlichkeit: Bei stürmischem Wetter kann es im Bereich von Häuserlücken oder durch LKW-Gegenverkehr durch Windstöße für ein Velomobil zu gefährlichen Situationen kommen. Bei der Entwicklung der Karosserieform des Milan war die Unempfindlichkeit gegenüber Seitenwind darum eines der Hauptziele im Sicherheitskonzept. Wir sind stolz darauf, eine Formgebung gefunden zu haben, die die Empfindlichkeit gegenüber Seitenwind drastisch reduziert. Eggert Bülk, der Chefdesigner des Milan, hat durch systematische Forschungsarbeit die Zusammenhänge um die Seitenwindempfindlichkeit herausgearbeitet und beim Milan erfolgreich umgesetzt.

    Diesen Vorteil sehen wir als ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Milan.

    Gleichzeitig nutzt die Karosserie des Milan in hervorragender Weise Seitenwind für den Vortrieb. Diese sogenannten Segel-Eigenschaften erhöhen die Effizienz des Fahrzeuges enorm. Die wissenschaftliche Untersuchung dazu wurde an anderer Stelle erläutert.

  12. Stabilität bei extremen Geschwindigkeiten. Ein herausragendes weiteres Merkmal des Milan-Velomobiles ist seine Straßenlage und Stabilität bei hoher Geschwindigkeit. Durch Eigenschaften sowohl des Fahrwerkes als auch der aerodynamischen Formgebung stabilisiert sich der Milan selbsttätig. Tatsächlich nimmt die Stabilität bei hoher Geschwindigkeit nicht ab, sondern eher zu. Das ermöglicht ein sehr entspanntes Fahren.

  13. Der Schwerpunkt des Milan ist bewußt extrem niedrig angeordnet. Das wird unter anderen auch dadurch ermöglicht, dass der Fahrer durch die vor ihm in Fahrtrichtung eingearbeitete Sichtmulde trotz tiefer Sitzposition sehr gute Sicht nach vorne hat. Durch den extrem niedrigen Schwerpunkt ergibt sich eine hohe Kurven- und Kippstabilität. Das halten wir für sehr alltagsrelevant, da so Kurven mit hoher Geschwindigkeit ohne Abbremsen gefahren werden können und Beschleunigungsphasen dadurch verkleinert werden. Wir nehmen als Nachteil dafür bewußt in Kauf, dass der Bug manchmal bei Bodenunebenheiten aufsetzt. Dafür ist der Bug (die tiefsten Punkte der Ausstülpungen für die Hacken) mit Gleitschienen aus Spezialmaterial geschützt. Optional kann der Milan aber auch mit höher gelegtem Fahrwerk ausgeliefert werden.

  14. Sicherheit: Das Velomobil Milan beinhaltet ein durchdachtes Sicherheitskonzept.

    1. Durch Kevlar-Einlagen wird die Gefahr scharfer Bruchkanten verringert.

    2. Durch die Fixierung des Zentralrahmens im Bug(ab MK3) entsteht eine Knautschzone, die verhindern soll, dass sich bei einem Frontalaufprall der Rahmen zum Fahrer hin verschiebt. Die flache Sitzposition verhindert bei einem Frontalaufprall ein Nach-vorne-Schleudern des Kopfes gegen den Süllrand, da die Beschleunigung des Kopfes in diesem Fall eher axial zum Rumpf verläuft.

    3. Ein tief über die Schultern gezogener Süllrand verhindert ein Herausrutschen des Fahrers bei einem Überschlag. Gleichzeitig wird so auch verhindert, dass der Fahrer bei einem Frontalaufprall nach vorne geschleudert wird.

    4. Überragend ist im wahrsten Sinne des Wortes der Überrollschutz des Milan: der in der Kopfhutze der Karosserie integrierte Überrollbügel überragt die Oberkante des Fahrerkopfes beträchtlich. Der sich daraus ergebende Überrollschutz ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal des Velomobiles Milan.

    5. Heckaufprall: der Süllrand im Genickbereich ist so geformt, dass ein Heckaufprall zu möglichst geringer Belastung des Genickes führt. Durch die Ausformung der Auflagefläche wird ein Nach-hinten-Schleudern des Kopfes verhindert.

 

Soweit das bewährte Konzept des Velomobiles Milan. In der Mark III-Version, die ab 2015 den Mark II ablöst, werden wir einige Verbesserungen und Weiterentwicklungen umsetzen, auf die viele Interessierte schon lange gewartet haben.

Dies haben wir nachfolgend zusammengefasst in der:

Projektierung des Milan SL-MK3

 

 

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